Fragen des Genres – Fragen der Form

Fragen des Genres – Fragen der Form

Leider findet in diesem Jahr keine Buchmesse statt; jetzt gibt es auf absehbare Zeit auch keine Lesungen mehr und damit auch keine Gespräche danach. Wir, die im medialen Gedränge weniger präsenten Autorinnen und Autoren, können also nicht reagieren, unser Tun nicht rechtfertigen, Fragen nicht beantworten. Zwei Statements will ich aber los werden.

Meinen Romanen wird zuweilen vorgeworfen, dass sie im Grunde keine Romane seien. Wahrscheinlich sind sie das nicht, denn ihnen fehlt das Gefügte, das Abgerundete. Aber Fügsamkeit und Abrundung sind Momente des Zwangs, auf die ich gerne verzichte. Außerdem bergen sie ein Moment der Anstrengung, dem ich mich zu entziehen trachte, weil es eine Anstrengung zur Überlagerung der Brüche ist. Vielleicht aber kommt Kunst von Beugung. Dann bin ich eben kein Romancier, sondern ein Scharlatan.

Meine Gedichtbände verlieren sich zuweilen in Prosaausflügen, was ich bislang unter Zuhilfenahme von Fußnoten abfedern konnte. Reflexive und erzählerische Passagen fanden im Text unterm Text Platz. Im neuen Band habe ich nicht so trickreich gearbeitet. Aller Text bleibt oben, an der Oberfläche, denn die Oberfläche ist der angestammte Spielplatz der Kunst.

Alles ist Essay. Ohnehin.

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