Illias — Auerbach und Bespaloff

Erich Auerbachs Buch „Mimesis“ (soll man es epochal nennen? für mich war es das) begann mit einer Reflexion auf die Wunde bei Homer. Die Ilias gewissermaßen als Geburtsmoment abendländischer Kultur in ihrer Zerrissenheit. Zerrissenheit von Beginn an.

Und ungefähr zur gleichen Zeit wie Auerbach an seinem Mimesisbuch arbeitete Rachel Bespaloff an ihrem Buch „Die Ilias“, das gerade bei Matthes & Seitz erschienen ist und sich mir beim Lesen des ersten Kapitels als ebenso notwendige Lektüre darstellt. Beide, Auerbach und Bespaloff arbeiten an ihren Texten im Exil, knapp der Ermordung entkommen. Auerbach in Istambul und ohne nennenswerte Bibliothek, Bespaloff war nach Amerika entkommen.

„Als Tochter der Bitternis stellt sich die Philosophie der Ilias dennoch gegen die Verbitterung, denn ihre Wurzel liegt vor der Scheidung von Natur und sein. In ihr ist das Ganze kein Gefüge kaputter Einzelteile, die von der Vernunft mehr schlecht als recht verklebt wurden, sondern der aktive Ursprung der Gegenseitigen Durchdringung aller Teile aus denen sie besteht,“ Rachel Bespaloff: Die Ilias. Berlin 2019. S. 17

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