Rahel Levin Varnhagen

Es gibt einen Eintrag in ihrem Tagebuch vom 5. November 1819. Es geht ihr um das Verhältnis von Gegenwart und Geschichte. Er beginnt: „Es soll eine Zeit kommen, wo Nationalstolz eben so angesehen werden wird wie Eigenliebe und andere Eitelkeit: und Krieg wie Schlägerei: dem jetzigen Zustand widerspricht die jetzige Religion: …“

Dieser Eintrag, der sich im Folgenden auch mit Geschichtsschreibung befasst, nimmt einiges vorweg, was Marx ca. 30 Jahre später in seiner Schrift zum 18. Brumaire ausarbeiten wird. Bei Varnhagen:

„Römische Geschichte aufführen wollen mit Intermezzos aus Ludwig des 14. Leben half Napoleon detronisieren. Es muss bald eine Zeit kommen, wo die Geschichtsskribenten die durch die Geschichte ins Leben gucken, von denen die sie durch das gegnwärtige Leben auffaßen und darstellen scharf, und klassenweise werden unterschieden werden.“ Rahel Levin Varnhagen. Tagebücher und Aufzeichnungen. Göttingen 2019. S.238

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