Sciencefiction und Zeit

 

Theorie ist notwendig Sciencefiction, weil sie, wenn sie im Erfahrbaren verharrte, zu nix nütze wäre, außer zur Beschreibung des Erfahrenen. Was nicht nix ist, aber in der Reduktion auf sich selbst an Substanz verlöre; Theorie, die im Erfahrbaren verharrt verschwände irgendwann mit dem Erfahrenen selbst, nicht einmal zur Erinnerung wäre sie in der Lage. Nur insoweit vielleicht, daß ein Ich sich in der Erinnerung selbst als Fremdes begegnet, und insofern einen neuen Erfahrungsraum öffnet. In Lems Sterntagebüchern nimmt das eine manifeste Form an. Ion Tychi begegnet sich in einer Zeitschleife gefangen mehrfach selbst, bis er zu einer Gruppe geworden, sich und den andren, die er ist, gemeinsam aus dieser Zeitschleife heraushelfen kann. Bei Blumenberg hört sich das so an:

„Wenn nun das erinnernde Ich dem erinnernden Ich in gerade der Komplexion von Fremdheit und Andersheit fassbar wird, die auch in der phänomenologischen Analyse der Fremderfahrung gefunden wird, so erscheint dieser Sachverhalt dem Phänomenologen unter Anleitung Husserls als ein Faktum, das hinzunehmen ist als so etwas wie ein glücklicher Defekt an der Erinnerung, …“ Hans Blumenberg: Phänomenologische Schriften. Berlin 2019. S.171.

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s