Volker Braun

Meine Eltern hatten keine Bücherwand, aber doch einige Bücher. Als einzige Gedichtbände fanden sich zwei von Volker Braun. Darunter „Wir und nicht sie“. Sie waren nicht sonderlich zerlesen, wahrscheinlich waren sie ein Geschenk. Ich nahm sie in kommunistischer Emphase an mich und fand darin genau das, was mir das Leben erträglich machte. Meine Besserwisserei zu begründen. Ich stand auf der richtigen Seite der Geschichte. Ich hab Braun also mit Gewinn gelesen, zu einer Zeit, da ich meinte, das Unrettbare sei zu retten, und Brauns Texte fütterten meinen Mut, und die Hoffnung, das Bleiben als Alternative zum Bleiben.

 

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2 Antworten zu Volker Braun

  1. muetzenfalterin schreibt:

    Das ist ja genau das, wonach wir alle süchtig sind, warum wir nicht aufhören zu lesen, dass es immer wieder Texte gibt, die unsere Mut füttern, die Hoffnung nähren.

  2. Jan Kuhlbrodt schreibt:

    aber in diesem fall erwies sich das unrettbare tatsächlich als unrettbar

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