Paul Dessau

Die Familie, in der ich aufwuchs, kann man durchaus als kommunistisch orthodox bezeichnen. Das hatte natürlich einige dramatische Ablösungserscheinungen in den Achtzigerjahren zur Folge. Einerseits die von der Familie aber andererseits auch die von Überzeugungen, in die ich hineingewachsen bin, und die ich teilte, die ich gewissermaßen als natürlich und richtig ansah (nicht alle waren falsch; aber in der Orthodoxie verschwimmt auch das Richtige.) Jedenfalls brachte mir diese Herkunft recht frühe Begegnungen mit Kompositionen von Eisler und Dessau ein, und auch Kurt Weill. Und gerade Kompositionen von Dessau waren es, die sich nicht vollständig in der kommunistischen Zuversicht erschöpften, als wäre darin zumindest eine gewisse Skepsis implantiert und als würden sich die Arbeiten einer bedingungslosen Schönheit verweigern, um deren Bedingtheit zu zeigen. Gerade in den Bühnenkompositionen und Liedern tritt das zu Tage, bei Dessau viel mehr noch als bei Eisler. Vielleicht erlaubte mir das einerseits den wenn auch schmerzhaften Abschied vom Kommunismus, aber auch den Weg in die Neue Musik (auf dem Umweg über Schoenberg und die Neue Wiener Schule.)

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