Heimat Erde

Eigentlich wollte ich über Cacciari schreiben, unter anderem über seine Interpretation/Auslegung der Figur des Torwächters bei Kafka, und das kommt sicher noch. Das Leben begrenzt leider die Zeit, die es frisst. Doch ich will mich nicht beirren lassen und will mich gern auf Abwegen verirren, zumal dieses Heimatthema mich seit längerem umtreibt. Und vielleicht hat es ja auch etwas mit dem Torwächter zu tun.

„Denn die Erde nährt, aber sie bindet auch, und wo ein Volk den Boden der Heimat mehr liebt, als das eigene Leben, da hängt stets die Gefahr über ihm – und sie hängt über allen Völkern der Welt –, daß, mag neunmal jene Liebe den Boden der Heimat gegen jenen Feind retten und mit dem Boden das Leben des Volkes zugleich, doch ein zehntes Mal der Boden als das Mehrgeliebte bleibt, und das eigne Leben des Volks auf ihm verströmt. Wer das Land erobert, dem gehören zuletzt auch die Leute; es kann gar nicht anders sein, wenn eben die Leute mehr am Land hängen als an ihrem Eigenleben als Volk. So verrät die Erde das Volk, das ihrer Dauer die seine anvertraut ; sie selbst dauert wohl, aber das Volk darauf vergeht.“
(Rosenzweig: Stern der Erlösung. 332 f.)

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