Schaabe

Dazwischen ein schmaler Streifen Sand, mit Kiefern bewachsen, zum Meer hin Dünen, Strandhafer. Akkurat abgesteckt, abgegrenzt mit Draht, alle fünfzig Meter ein Durchgang und an jedem dritten Durchgang ein Klo unter den ersten Bäumen, das aussieht wie ein Hochbunker, aber anders riecht. Nach Chlor nämlich.

Zelte zwischen den Bäumen. Die meisten Blau oder Rot, verweigerten die Tarnung und stachen zwischen den Nadeln hervor wie achtlos verstreute Papierreste. Chlorgeruch vermischte sich mit dem von Tang. Manchmal Reste von Toilettenpapier im niederen Gesträuch. Wehten dahin wie Fahnen an Lanzen.

Aber nachts werden die Strände von Scheinwerfern abgesucht. Sie sollten dem Flüchtigen den Weg auf die Schiffe versperren, die wie regungslos am Horizont stehen. Starre Versprechen, die die Illusion vermitteln, die Erde sei rund, und da wäre noch etwas am Ende der Welt. Und offene See.

Manchmal genügt Licht, um einen am Gehen zu hindern, und das, was die Lampe verheißt. Spritzende Einschläge im ruhigen Ostseewasser. Ich kannte so etwas aus Filmen vom Krieg.

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