Arendt

Ich wollte nur eben mal kurz ein paar Sätze in Hannah Arendts Denktagebuch lesen und stoße auf einen Eintrag vom April 1951. Weltgeschichtlich. Er endet:

„Politisch hatte Hegel dadurch, dass er die Gegenwart notwendigerweise als das Ende der Geschichte begreifen musste, seine weltgeschichtliche Betrachtung bereits diskreditiert und widerlegt, als Marx sie benutzte, um mit ihrer Hilfe das eigentlich tödliche anti-politische Prnzip in der Politik einzuführen.“

Harter Tobak. Der Generalangriff gegen den messianischen Kern der Geschichtsphilosophie? Woher aber dann Arendts Nähe zu Benjamin? Müsste man hier nach die Betrachtung von Politik trennen? Wie gestaltet sich dann aber das Verhältnis von Philosophie und Politik. Was wäre mit dem eingreifenden Denken?

Ein paar Zeilen vorher:

„So empörend Hegels Zufriedenheit mit den gegenwärtig erschienenen Zuständen erscheinen mochte, so richtig war sein politischer Instinkt, seine Methode in dem zu halten, was rein kontemplativ erfassbar ist, und sie nicht zu benutzen, um den politischen Willen Zwecke zu setzen oder die Zuknft für ihn scheinbar aufzubessern.“

Dialektik also als Gegenwartsinstrument, dass nicht über Gegenwärtiges hinausweist und auch die Utopie ist nur gegenwärtige Negativität. Bestimmt den heutigen Freiheits- bzw. Unfreiheitsgrad?

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Eine Antwort zu Arendt

  1. amruthgen schreibt:

    Ich finde, Menschen sollten utopisieren, das entspricht ihnen.

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