Das Dogma des Textes und die Freiheit des Lesers

Als Leser sehe ich es gar nicht ein, mich auf eine bestimmte Art von Literatur festzulegen. Weder auf eine Gatung, noch auf einen bestimmten Stil. Weder bin ich Krimileser, oder Sachbuchleser, noch Lyrikleser oder irgend ein anderer Spezialleser. Das funktoniert nämlich bei komplexen organischen und geistigen Strukturen nicht so einfach mit der Triebbefriedigung. Von wegen: dieses Brötchen hat geschmeckt, ich ernähre mich von nun an nur noch von solchen Brötchen. Irgendwann wird alles fade, und man erinnert sich sehnsüchtig an den Moment, als der Geschmack neu und überraschend war.

Etwas anderes ist es für mich als Autor. Da halte ich an Stoffen fest und teste Formen aus, dass es den Anschein von Dogmatik haben könnte. Nicht nur den Anschein. Es ist dogmatisch, sich in einen Stoff zu verbeißen, alles aus ihm herauszupressen. Die Form als Schraubzwinge. Und es macht Spass.

Das Eine hängt, vermute ich, mit dem Anderen zusammen. Das Dogma des Textes und die Freiheit des Lesers bedingen einander.

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