Keith Waldrop – Die Gestalt der Brücke

grade fertig übersetzt. Ausschnitt:

IV

Sie erzählte ihm irgendwas, egal was, erzählte eine Episode aus ihrem früheren Leben, in jeder Kleinigkeit. Dann sagte sie:

Was ich dir erzählt habe, erzählte ich noch keinem. Da kannst du mal sehen, dass…“

Die Geschichte zögernd erzählt, mit Unterbrechungen. Jetzt wo alle Zweifel Vergangenheit sind, ist jedes Hindernis überwunden.

Da siehst du, dass ich dich liebe.“

Er fühlte sich in dieser Welt weniger aufgestellt, als gestrandet.

Was er zu Bewusstsein brachte — seine Wünsche, seine Wüste – was er auch anfertigte, in den Blick zog, anzog, der Gedanke, den er jetzt dachte, es war alles schon hier, ungedacht.

Unwiderruflich auf dem Tablett, gerade im Moment, da er es im Set auftauchen sieht.

Er ist ruhig trotz des himmlischen Affentanzes — DONNER UND BLITZ – und des irdischen Aufruhrs.

Er stellt sich eine Diskussion unter Hebräischen Propheten vor, die kein Wort für Körper haben, und Babylonischen Astrologen, denen das Wort für Mond fehlt.

Oder eine Kontroverse darüber, ob Gott zuerst die linke oder rechte Hand gemacht hat.

Jeder Stuhl hier hat ein zerfetztes Polster, eine zerbrochene Lehne oder ein schiefes Bein. Alle Türknäufe sind weg und die Fenster klappern.

Er hat sein Vertrauen ins Adagio gelegt, ein langsamer Fortschritt durch Apotheose. Ein zarter leuchtender Brei, windbenetzt, überhaucht – die Blätter üppig in Licht getaucht, als gäbe es dies ohne Kampf.

 

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