Verstehen

Interview mit Elke Erb in der Zeitschrift L’image (März 92)

Ist Poesie unerklärlich?

Erb: Ich bin gegen diese Behauptung. Ich erlaube sie nicht. Ich habe eine Regung, ich begegne dieser Regung aufmerksam, beobachte sie, folge ihr. Diese Regung entspringt doch aber einem ganz normalen Ich, ist doch nicht schon Poesie selber, Poesie ist nicht unerklärlicher als irgend etwas anderes Lebendiges. Hinter der Behauptung, sie sei unerklärlich, steckt der Anspruch einer tötenden Auflösung. Oder eine Diffamierung des Erklärens.

(in: Der wilde Forst, der tiefe Wald. Auskünfte in Prosa. Göttingen 1995. S. 222)

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