Remember Adorno

„Vom nachdrücklichen ästhetischen Begriff des Neuen sind die industriellen Verfahrungsweisen nicht wegzudenken, welche die materielle Produktion der Gesellschaft zunehmend beherrschen; ob, wie Benjamin angenommen zu haben scheint, die Ausstellung zwischen beiden vemittelte, ist offen. Die industriellen Techniken jedoch, Wiederholung identischer Rhythmen und wiederholte Hervorbringung von Identischem nach einem Muster, enthalten zugleich ein dem Neuen konträres Prinzip. Das setzt sich durch in der Antinomik des ästhetisch Neuen.“1

Das Neue, das die spezifische Qualität der Kunstwerke in Absetzung zur Tradition beschreiben soll, gerät so zum Fetisch, sofern es sein Vorbild unmittelbar im Neuen der außerkünstlerischen Technik findet, in der Entwicklung zur Verwohlfeilerung der Produktion des gleichen Alten, mit dem Ziel, Konkurrenz auszuschalten oder den Konsumenten zu bestechen. Kunst scheint im Zwang zu Neuem ein außerkünstlerisches Verhältnis zu spiegeln, eben dieses der Konkurrenz und Bestechung. Aber während unter dem Druck der Konkurrenz sich die Produkte der industriellen Produktion immer mehr angleichen, nur die aufgedruckten Markennamen noch Besonderheit suggerieren, geht Kunst auf wirkliche Differenz.

1Ästhetische Theorie, S. 405

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s