Kritik?

In seiner Schrift „Ohne Leitbild“, die sich gegen eine zyklisch auftretende Forderung richtet, dem einzelnen Kunstwerk äußerliche Kriterien für Kunst im allgemeinen zu entwickeln, an welche die Künstler in ihrer Produktion sich halten können und müssen und durch die auch der Rezipient die Mittel zur Einschätzung von Kunst in die Hand bekommt und der Kunst eine Funktion im arbeitsteiligen Gefüge der Gesellschaft zugewiesen wird, formuliert Adorno:

„Die Sphäre aber, in der über richtig und falsch zwingend, doch ohne Rekurs auf trügerische Leitbilder sich entscheiden läßt, ist die technische.“1

Um das Mißverständnis zu vermeiden, daß mit diesem Kriterium der Entscheidbarkeit, das bruchlose sich Fügen des einzelnen Kunstwerkes in die Einheit des Stils gemeint sein soll, verweist Adorno darauf, daß das sich Halten an die aus der Einheit des Stiles ergehenden Forderung zu nichts weiter führte, als zur Kopie des Vorhandenen, also Entwicklung und subjektiven Ausdruck ausschließe.

Wenn in der Vergangenheit große Kunstwerke sich als geschlossen darstellten und in der Sprache einfach identisch, so sei dies nur ein Phänomen ihrer Oberfläche. In Wahrheit seien sie „Kraftfelder, in denen der Konflikt zwischen der anbefohlenen Norm und dem ausgetragen wird, was in ihnen Laut sucht.“2

1Theodor W. Adorno: Ohne Leitbild, Frankfurt am Main 1967, S.17

2a.a.O.: S.11

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s