Aus gegebenem Anlass

Erinnerung: Mitte der neunziger Jahre erschienen im Argument Verlag in zehn Bänden Antonio Gramscis Gefängnishefte. Ich konnte verfolgen, wie sich ein Denken im Knast schärft und entwickelt, wie genau es die politische Verfasstheit seiner Umgebung analysiert, und ich las sie Band für Band, auch wenn die Themenvielfalt der Aufzeichnungen mich zuweilen überforderte, fast verzweifeln ließ. Vor allem interessierten mich Gramscis Überlegungen zu philosophischen und politischen Konzepten, zu Hegemonie, Hegel, Croce und Faschismus. Ich empfand die Gedanken zugleich wirr und aufschlussreich, was auch am Editionsprinzip der Ausgabe lag, die die Aufzeichnungen in der Reihenfolge präsentierten, wie sie in den Originalheften angefertigt waren. Also wechselten eben philosophische Überlegungen wild  mit Buchrezensionen und Kulturtheorie. Wildes Denken vielleicht. Keinen Moment aber wurde mir die körperliche Konstitution Gramscis Gegenstand einer eigenen Überlegung. Lest Gramsci Leute, es lohnt sich (auch Pareto und Croce, die mir durch die Gramscilektüre nahegelgt worden.)

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Eine Antwort zu Aus gegebenem Anlass

  1. lyrikzeitung schreibt:

    da wir grad davon sprachen, bei groce schlägt doch der sachse durch 😉

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