Roman

Irgendwer sagte in Bezug auf den neunen Roman von Jonathan Franzen, dass der Roman (also die Gattung) mit dem Film zu konkurrieren habe. Wenn er (also der Roman) das tut, hat er verloren. Er unterwürfe sich einer Dramaturgie, die ganz dem Medium Film entsprungen ist, auch wenn sie zeitgleich mit seiner Entstehung irrtümlicherweise fürs Theater formuliert wurde. (Freytag). Filmemacher, wie Eisenstein hingegen versuchten für den Film zu formulieren, was sich letztlich für Roman und Theater als fruchtbar erwies (z.B Montage der Attraktionen.) Wenn der Roman also, wie eingangs zitiert, mit dem Film konkurriert, schau ich mir, wie viele andere auch, doch lieber einen Film an.

Wenn ich also lese, will ich keiner Handlung hinterherhecheln oder ihre Komplexität bewundern, ich will nicht von vorhersehbaren oder plötzlichen Wendungen verblüfft werden, oder erschrecken, wenn Totgeglaubte von außen an die Balkontür klopfen.

Spannend sind doch die Momente, der Dehnung und Spracharbeit, die filmisch nicht einzuholen sind. Abschweifungen, Formwechsel, freie Folgen (um auf Thomas Kunst jüngsten Roman anzuspielen.)

In den letzten Jahren ist mir das vor allem bei Ingold, Chevillard und Kunst begegnet.

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