Utopie

Ich blättere und lese im gerade bei Suhrkamp erschienenen Buch von Joseph Beuys Mysterien für alle. Kleinste Aufzeichnungen, ausgewählt und herausgegeben von Steffen Popp. Das Buch ist zunächst eine Art gedanklicher Schnipsgummi, der mich zuerst in die Achtziger zurückkatapultiert. Erinnerungen an Beuys als Sänger der Friedensbewegung: Wir wollen Sonne …. Dann die erste Ausstellung. die ich sah. Zeichnungen. Im Berliner Marstall. Beuys vor Beuys. Von seinen Installationen hatte ich gehört, nur waren sie für mich nicht erreichbar. Ich saß im Osten fest.

Eine zweite Sache, an die ich denken musste: das Utopieverbot in den Neunzigern. Der grassierende Neoliberalismus. Ein kleines Buch z.B. von Joachim Fest, das Bloch an die Seite von Hitler rückte, Utopien für alle Ungemach des zwanzigsten Jahrhunderts verantwortlich machte.

Und jetzt eben diese Beuys-Texte. Die näher an Bloch sind. Die Denkverbote wie die Festschen lustvoll unterwandern. Das tut gut.

Und ich erinnere mich an eine Zeichnung, die ich in der Marstallausstellung gesehen hatte: Kriechender Akt. Am Rand eines Ausrisses aus Packpapier kroch eine kleine Figur, aufwärts nehme ich an.

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Eine Antwort zu Utopie

  1. summacumlaudeblog schreibt:

    Ich dringe bei so wenigen durch mit meinem ständigen Gerede über die Notwendigkeit der Utopie – gut, dass Du daran erinnerst.

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