Form

Heute ist mal wieder so ein Augustinustag. Einer, der Bekenntnisse verlangt, die auch Selbsterkenntnisse sind oder sein können. Kurz vor dem Aufstehen, wenn es von draußen noch kühl hereinströmt.

Was diese Bücher verbindet ist Form. Von Nietzsche über Schestow zu Etel Adnan, und zum ersten Mal ist es mir bei Galeano begegnet oder Peter Altenberg. Dieses Fraktale. Das sich Wiederholende im kleinen Absatz, und es widerholt sich auch, ohne dass es die gleichen Worte benutzt, man nennt es vielleicht Rhythmus.

Dieser Rhhythmus macht aus Prosa Musik. Und auch aus philosophischen Texten. (Habe ich Wittgenstein vergessen in dieser Aufzählung? Und am Ende Pascal?)

William H. Gass beschreibt es in seinem Essay Wie man aus Worten eine Welt macht mit geometrischer Terminologie. Und macht es in seiner Prosa: In der Mitte der Mitte des Landes.

Aber

Die Verwendung philosophischer Gedanken bei der Konstruktion literarischer Werke — auf eine sehr selbstbewusste und kritische Art und Weise, meine ich — ist durch die wachsende Überzeugng beschleunigt worden, dass diese Gedanken nicht nur begriffliche Systeme von beträchtlicher Komplexität repräsentieren, sondern dass sie einen weiteren Vorzug haben, als Darstellung der realen Welt vollkommen irrelevant zu sein.

Wollen wir streiten? Über Relevanz zum Beispiel. Und über Darstellbarkeit und was Darstellung überhaupt heißt.

Dieser Satz entstammt dem Gassschen Essay Philosophie und die Form der Literatur, der jenem von der Ontologie des Satzes voran geht. Und hier (der Essay heißt im Untertitel Wie man aus Worten eine Welt macht) breitet Gass dieses Konstruktivistische Prinzip aus. Ausgehend von einfachsten Geometrischen Formen.

Allerdings sind wir damit noch lange nicht beim musikalisch Fraktalen. Wir wollen die Bausteine weniger nach ihrem gewissermaßen weltlichen Inhalt bestimmen (den schleppen sie eh mit sich herum, dem ist nicht zu entkommen) sondern nach ihrer musikalischen Form. Das mag nach Barock klingen.

Ethel Adnan:

Wenn du begreifst, dass du sterblich bist, begreifst du auch die Ungeheuerlichkeit der Zukunft. Du verliebst dich in eine Zeit, die du nie erleben wirst.

Und jetzt erstmal n Kaffee!

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