Texte zur Krise

aus meinem lyrischen debüt Verzeichnis (2006)

Ex Archia

Wie weit wir doch von der Welt entfernt sind
Die Schmerzen im Knie unbestimmt und ich weiß
Wenn ich hinter mich blicke nicht einmal
Über welchen Stein ich eben gestolpert bin.

Das Bild,
Bild vom Bild,
der Klang
Und irgendwas holpert
künstlich Schikanen.

Geräusche
Noch nicht getrennt.
Kein Satz,
der zitierbar wäre.

Geruch
und Geschmack,
Gegen die Wand.
Das Wasser im Glas ein Nebel
mit Schlieren.

Die Töne, mein Lieber. Geräusche
Bis zur Wirklichkeit dämmen.
Ein Vorgang außerhalb der Geschichte.
White Noise. Am Nachbartisch

Leute mit Büchern,
Gedanken
als Ware.
In Zeitungspapier eingeschlagen,
die Ware als Wache.
Als hörte ich die Welt, sagst du,
Zum ersten Mal. Stimmen und Instrumente.
Vereinzelt Motoren in der Fußgängerzone.
Frischfisch und Brote und Flaschen
Gegeneinander. Dinge
Des täglichen Bedarfs. Abends drängen
Durch das verschlossene Fenster
Die Autoscheinwerfer ins Zimmer
Schatten über dem Stuck.

Was endet
an stillgelegten Gleisanlagen?
Die Restlaute Explosionsverwehung,
Stimmen des Krieges
Geschichte in Obertonwelten.

Zwischen den Buchstaben lesen.
Als schöpfe die Sprache
aus dem Vollen,
Den Wolken, ein Arsenal
Wendung, Semantik, Gefühl.

Abspachteln, Zahnschmelz, am Nebentisch
Stimmengewirr griechisch sagst du
Und mußt es ja wissen denn du
Trägst einen Reiseführer in deiner Tasche
Und kennst dich hier aus.

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