Postmoderne

oder Nach der Struktur

z.B. Ingolds Pothockiroman:

In einem Kapitel am Ende des Buches, Potocki hat ein großes Fest zu organisieren, lädt der Held, zwar noch nicht alt, aber inzwischen gebrechlich, Stendhal ein, um ihn in Poetologische Debatten zu verwickeln. Im Grunde versucht Pothocki mit der Hilfe des berühmten Romanciers eine Ordnung für sein eigenes Material zu finden, was  misslingt, aber eben nur der Figur. Der Autor lässt Stendhal sagen:

Die Welt, die sie in ihren Büchern vorführen, ist trotz räumlicher und zeitlicher Beschränktheit eine offene Welt, die sich beim Lesen in all ihren Möglichkeitsformen offenbart, und so an einem Eigenen Wirklichkeitscharakter gewinnt.

Eine der Grundfragen der Wirklichkeit und ihrer Darstellung scheint über den Satz Stendhals schon gelöst, und das ist die Frage nah der Vollständigkeit. Im Sinne einer offenen Welt kann ihre Konstruktion gar nicht auf Vollständigkeit zielen. Da die Kunstwelt aber auch keinen Abbildcharakter trägt, sondern eine Gegenwelt entwickelt, die der sogenannten Realität zuweilen recht Nahe kommt, liegt auch hier die Vollständigkeit außerhalb ihrer eigenen Möglichkeit.

Ingolds Tagebuchprojekt macht die Relation noch deutlicher, indem hier Abläufe übereinander liegen. Die Zeit spielt in die Zeit. Jetzt ist wann anders.

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