Ingolds Gedichte

Mir fällt  auf, da ich die Lektüre von Leben und Werk einen Moment lang unterbreche, dass ich bisher kaum etwas über Ingolds Gedichte geschrieben habe (außer eine beginnende tastende Rezension seiner Einzeiller.) Woran liegt das? Letztlich begleiten mich die Gedichte wesentlich länger als seine Prosa. Also nehme ich mir den voluminösen Band Wortnahme, der  2005 bei Urs Engeler erschienen ist, aus dem Regal. Darin findet sich der Zyklus Reimt’s der aus einhundert Gedichten zu je 5 Versen besteht. Ich glaube nicht,  dass es ein Zyklus ist, der für Ingolds Dichtung repräsentativ wäre. Und Doch: Sprache als Sinnspeicher. In der Enge der Form gibt sie sich selbst zu erkennen. Als Rettendes und zu Rettendes zugleich.

Hier das vierte Gedicht des Zyklus‘

4

Und zwischen uns die ganze schöne homogene Hirnsubstanz.

Die hilft mir meins in deins zu übersetzen

und hindert mich zugleich daran. Der Kranichtanz

entwirft an der Abortwand ein Labyrinth von letzten

Wünschen. Fauler Friede zwischen Kopf und Schwanz.

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