Momente

Momente einer Selbstbestimmung 1

Postarchäologie
Literatur erwächst aus Literatur.
Die Literaturgeschichte ist ein Gestrüpp.
Archäologie als Methode aber, setzt eine (geordnete) Schichtung voraus. Sie behauptet eine Schichtung.
Die vormals vertikale Vorstellung von Geschichte wird hier durch eine horizontale ersetzt. Die Essenz von beiden Vorstellungen jedoch bleibt der geordnete Ablauf.
Es gibt keinen geordneten Ablauf außerhalb der Projektion einer Ordnung.
Beide Vorstellungen sind deshalb als Beschreibung des literarischen Prozesses ungenügend, denn beide formieren das Material nach den eigenen Vorgaben, bestätigen somit einzig sich selbst durch gezielte Auswahl.
Auch die Bestimmung der literarischen Evolution durch den Russischen Formalismus beschreibt lediglich ein eingeschränktes Moment dessen, was wir als Literaturgeschichte zu begreifen gewohnt sind.
Literatur beschneidet sich selbst, wenn sie sich nur aus Gegenwärtigem speist.
Literatur beschneidet sich selbst, wenn sie sich nur aus Künftigen speist.
Literatur beschneidet sich selbst, wenn sie sich nur aus Vergangenem speist.
Im Vergangenen sucht sie nicht (nur) Vergangenes. Im Vergangenen findet sie das Künftige als Verschüttetes.
Philosophie, die einmal überholt schien, erhält sich am Leben, weil der Augenblick ihrer Verwirklichung versäumt ward. So setzt Adornos Negative Dialektik ein. Was hier über Philosophie gesagt wird, kann man über Literatur überhaupt sagen.

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