Oper

Unter dem 14.1. wieder ein sehr langer Eintrag Ingolds. Reflexion und persönliches. Stotternder Motor und eine Ausführung zur Oper, die mich zum zustimmenden Widerspruch anregt. Die These ist, dass das Gesamtkunstwerk die einzelnen Momente beschneidet, gewissermaßen auf die Gesamtheit hin zurechtstutzt. Die einzelnen Momente haben dem ganzen, der Aufführung zu dienen. Der Text unterliegt gewissermaßen der Diktatur der Singbarkeit. (Ich erinnere mich an einen Disput, den ich mit einem befreundeten Komponisten hatte, der mir das Wort Rüherei aus dem Libretto strich, das ich für ihn angefertigt hatte.) Dennoch regt sich bei der Lektüre mein Widerspruch. Die gelungene Operninszenierung stellt vielleicht keine Synthese her, in der die einzelnen Momente frei bleiben und als Freie zusammenfinden, aber sie entwirft doch immer diese Vision. Hält an dem gewissermaßen anarchokommunistischen Versprechen fest, dass eine Gesellschaft anzustreben sei, in der die Freiheit des Einzelnen, die der Gesamtheit garantiert. Noch aber, und da liegt die Crux auch in der Oper, beschneidet sich das Einzelne, macht sich passend. Doch bleiben die Schnittstellen als Wunden und noch die gelungenste Inszenierung scheitert am Anspruch der Freiheit. Aber genau das, dieses Scheitern einzugestehen auch inszenatorisch, formuliert das Versprechen möglichen Gelingens. (Berghaus Gielen Manthey, diese irre Frankfurter Kombination der Achtziger. Ihr Wagner Ring machte mir Wagner erträglich. Ich muss ihn sehen, um ihn hören zu können. Genauso geht es mir beim Rosenkavalier.)

Jetzt werde ich, bevor ich mich zur Babellektüre hinlege, noch einige Gedichte aus Ingolds Wortnahme (Engeler 2005) lesen. Das hatte ich mir gestern in der Nacht schon vorgenommen)

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