Privates

Allzu private Informationen in fremden wenn auch publizierten Tagebüchern machen mich verlegen. Eigentlich ist es mir egal, ob Mühsams „Geschlechtsapparat“ funktioniert. Vielleicht hätte er diese Passage, wenn er die Tagebücher selbst zur Veröffentlichung durchgesehen hätte, gestrichen. Im nächsten Absatz heißt es: Der Krieg bietet keine Neuigkeiten.

Projekte wie das Ingolds verschonen mich mit solchen Indiskretionen. Sie sind durchgearbeitet, insofern auch auf einem höheren Niveau. Ohnehin ist Leben & Werk ausschweifender Roman.

Bei Mayröcker treffe ich am 9.1. auf Elke Erb. „Häsin“ wie Elke Erb dichtete, immer dieses Schicksal über dem Haupt, mein liebes Lamm, meine verblassende Welt… Welche Funktion, welche Rolle spielt Religion bei Mayröcker. Sicher gibt es bei ihr nicht diesen atheistisch anarchistischen Katholizismus wie bei Jandl. M.s religiosität ist wesentlich bildhafter. Gibt es darüber Untersuchungen?

Und Untersuchungen über die Rolle des Stadtnamens Triest. Als wäre da die österreichische Spielform der Saudade gespeichert in diesem Namen. Auch ich, obwohl Sachse, fange schon an, melancholisch zu blicken, wenn ich Triest sage.

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