Erzählen

Bei Ingold heute Reflexionen zu Musik im Fernsehen. Klassischer Musik. Ich kann sie sehr gut nachvollziehen, Das visuelle Moment reitet den Hörgenuss gewissermaßen zuschanden. Ich glaube, ich habe noch nie ein Konzert im Fernsehen zuende gehört (oder gesehen?). Anders ist das bei Opern. Hier ist das Visuelle ja inszeniert, der Zufälligkeit entrissen. Aber auch hier sehne ich mich beim Zuschauen nach einem Theaterraum. Es ist eben wie immer bei der Rezeption von Reproduktionen. Es stellt sich eine Sehnsucht nach dem Original ein. (Aura?)

Festgehakt hat sich in mir der Gedanke des Verhältnisses von Authentizität und Text. Darüber hatte ich gestern noch einen Austausch mit Daniela Seel. Das Problem bei Derart Postwechseln auf Fb ist, dass man notwendig an der Oberfläche bleiben muss. Gerne würde ich eine solche Debatte einmal vertiefen. Die narrative Struktur untersuchen. In einem Artikel las ich gestern, dass nach der Postmoderne die Selbstrekonstruktion wieder in den Roman einzug hielte, die Verwegenen Konstruktionen letztlich wieder von der Ich-Erzählung abgelöst würden. Ich glaube aber, dass hier eine Vermischung der Ebenen Vorliegt. Beide stilistischen Momente liefen während der gesamten Literaturgeschichte parallel. Vielleicht kam es zu Verschiebungen in der Gewichtung.

eine Lose Aufzählung (Liste) sollte das Belegen.

Confessiones; Don Quijote, Simplicissimus, …

Von Anfang also eine Parallelität. Und vom Anfang eine Erzähler, der sich durch die Erzählung selbst hervorbringt. Das Autobiografische ist eine Frage des Stoffes. Ich aber ist immer ein anderer. Das ist keine Erfindung sondern eine Entdeckung der Literaturwissenschaft. Genausogut wie die Ausgräber die Saurierknochen nicht ge- sondern erfunden haben.

Spannend ist dieses Spiel zwischen Material und Erzählung in Ingolds Pothockiroman. Am Anfang wird der Erzähler als Spieler Konstruiert. Er ist (der Erzähler) nie souverän des Erzählten, sondern vom Erzählten, das selbst das Material hervorbringt abhängig. Andersherum ist ja schon das Material Erzähltes.

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