geht los

Ich habe mich umentschieden. Nicht das Tagebuch von  1920 werde ich lesen, sondern erneut Mühsams Aufzeichnungen von 1915, einem Kriegsjahr also. Dazu Ingolds Leben und Werk und Mayröckers cahier. Dreimal also über weite Strecken nicht neue, sondern erneute Lektüre.

Heute also die Beiträge zum 1. 1. Bei Mayröcker das Jahr 2013. Ein kurzer Text als Zitat gekennzeichnet aber ohne Quelle. Wie alle Texte. Die Autorin hat sich gedoppelt, scheint mir, ist sich sekbst Quelle. Zugleich fremd und vertraut. Vertraut über den anderen, „… dessen Hand mir die Welt erklärt …“ Jandl, sicherlich. Der Abweswnde, der in allen Texten Mayröckers  anwesend ist.

Der Schnee, der die letzten Tage gefallen und liegengeblieben, ist fast völlig verschwunden.

Bei Ingold das Leben am Feiertag schon in voller Breitseite. Traum von Arbeit und Hochzeit, wobei die Arbeit den Sieg davon trägt. Medienkritische Gedanken. Und gleich die Erste Aufzählung. Was ich herzlich gern nicht mag. Überhaupt Aufzählungen. Das scheint mir Strukturelement und Textgenerator zugleich in vielen Texten von Ingold. Ich habe sie schon in seinem Roman Noch ein Leben für John Pothocki bewundert. Hier im Tagebuch scheinen sie von einer ursprünglichen Kraft. Materialmagnet vielleicht.

Neben Aufzählungen die Gefährtin Krys, eine Theaterregisseurin als Gesprächspartnerin. Es ist ein paralleles Leben, das immer wieder mit dem des Autors enggeführt wird. An den Berührungspunkten Zwiegespräch. Über Theater, Filme, Politik usw.  Wir kommen, wie meistens im Gespräch, vom Hindertsten ins Tausende …

Meine Tochter war gestern zu Sylvester allein unterwegs bzw. Mit ihren Freundinnen und Freunden. Es wird stiller im Haus.

Zeitenwende! Dieses Wort führt jetzt jeder Esel im Munde, dem die Zeit niemals etwas gewendet hat. So setzt Mühsam am 1.1.15 ein, mit einem für den Nachgeborenen recht pathetischen Eintrag, in einem sich etablierendem Krieg. All men Wunsch für das Jahr geht auf Frieden. Der Leser weiß, dass der Wunsch sich nicht erfüllen wird.

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