Prost Neujahr

Entfremdung im ökonomioschen Sinne hat nix mit Gefühl zu tun. Es ist der Prozess der Aneignung eines Arbeitsproduktes, in dem sich das Vermögen des Produzenten vergegenständlicht, durch einen Anderen, Fremden, einen also, der nicht der Produzent selbst ist. Ein Effekt der Arbeitsteilung. Solang das Äquivalent, das der Produzent dafür erhält, dem entdspricht, was er zur Reproduktion seiner Arbeitskraft und zur Aufrechterhaltung seines und des Lebens seiner Angehörigen benötigt, ist gegen diese Entfremdung auch gar nichts einzuwenden. Liegt die Bezahlung, um ein allgemeinverständliches Vokabular zu benutzen, aber unter dem Aufwand, wird aus Entfremdung Enteignung. Das ist dann schon ein Riesenproblem. Und es fällt mir schwer, mich weiterhin durch Literaturveranstalter enteignen zu lassen, indem sie ein sehr geringes oder gar kein Honorar zahlen. Auf Dauer grenzt eine derartige Praxis, die sich in weiten Teilen der Branche eingeschlichen hat, an Selbstaufgabe. Also: entweder es gibt ein gesellschaftliches steuerfinanziertes Grundeinkommen, oder ich muss für meine Arbeit entsprechend entlohnt werden, sodass ich sie morgen noch leisten kann.

Allen ein gutes neues Jahr.

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Eine Antwort zu Prost Neujahr

  1. Clarknova schreibt:

    komm nach thüringen! hier ist es besser.

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