Rhizom

Morgens verzweigte Lektüren. Inzwischen stapeln sich hier Notitzbücher und Tagebuchprojekte. Im Zentrum noch immer Ingolds Leben & Werk. Ich ertappe mich bei dem Gadanken, an Neujahr die Lektüre neu zu beginnen. Den Einträgen folgend, oder dem Kalender und selbst jeden Tag darüber zu schreiben, oder auf Kommentarebene andere Schriften heranzuziehen. Zum Beispiel das Tagebuch Mühsams zur Zeit seiner Festungshaft oder Mayröckers cahier. Hier gibt es keinen täglichen Eintrag. Aber immer noch könnte man das mit sich verzweigender Lektüre verbinden. Von Schestow war schon die Rede. Oder, wie gerade gelesen, von Jandl und von Lukrez. Wie es scheint, ist für Ingold Lukrezens Die Natur der Dinge ein ebensolcher Trosttext wie für mich Pascals Gedanken. Vielleicht nehme ich, wenn ich das nächste mal für eine Zeit ins Krankenhaus muss, Lukrez mit. Die Natur der Dinge war für mich sonst immer unerreichbares Vorbild, hatte in Länge und Konzentration fast etwas Einschüchterndes.

Ingold: Wos sonst … bei wem sonst verbindet sich souveräner Unglaube mit soviel Lebensmut und Freude, Illusionslosigkeit mit Phantasie, Sinnleere mit höchstem Formbewusstsein?

Vielleicht war mir Pascal bislang tröstlich, weil hier forcierte Religiosität gepaart mit mathematischer Rationalität auf meinen Unglauben stieß. Ich kann zur Sicherheit ja beides mitnehmen.

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