zum Experiment

Die subjektive Kraft der Formung des Stoffes ist durch keinen objektiven Gehalt im Voraus gedeckt, sondern erweist sich immer erst im Vollzug des Werkes. Aus dem Vollzug erwächst auch erst der Gehalt. Darin reproduziert sich die Entfremdung des Produzenten von seiner Technik, die nur im Bewußtsein dieser Entfremdung aufgehoben werden kann.

„Das Subjekt hat die Entmächtigung, die ihm durch die von ihm entbundene Technologie widerfuhr, ins Bewußtsein aufgenommen, zum Programm erhoben, möglicherweise aus dem unbewußten Impuls, die drohende Heteronomie zu bändigen, indem noch sie dem subjektiven Beginnen integriert, zum Moment des Produktionsprozesses wird.“

Adorno:Ästhetische Theorie, S. 43

Das Experiment nimmt also den unbewussten Ausgang bewusst in Kauf. Dadurch macht Kunst sich frei von der Angst vor dem Unbekannten. Das gewollt Neue wird nicht konkret vorweggenommen, die Hypothese des Experiments kann nicht bestätigt oder negiert werden, in der Form, dass ein Vorausberechnetes eintritt, vielmehr wird das nicht genau Vorhersehbare zum Kunstmittel.

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