am sonntag

der leser liest. dafür muss er sich nicht rechttfertigen. was aber, wenn ihm etwas gefällt? für sich braucht er sicher keine begründung. der leser liest dann und genießt. doch in den pausen, wenn der genuss abbricht, wenn die gedanken sich bilden, in den protestantischen pausen, die dem genuss misstrauen, wird aus dem leser der grübler, der versucht, seinen genuss zu begründen. das gefallen selbst soll ihm gefallen; und es ist weit schwieriger ein gefallen zu begründen als ein missfallen. am gefallen scheitert der diskurs. notwendig. weil das gefallen ohne rest bleibt. da gibt es nichts zu überwinden, man muss es aussitzen. warten bis es verdrängt wird. einen verriss schreiben kann jeder, und es ist auch schnell gemacht. aber versuch mal ein lob zu formulieren, dem du selber über den weg traust, ein lob, das man loben kann.

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