Leben und Werk

Tausend Seiten Ingold. Das Tagebuch dreier Jahre ineinandergefügt. Früher hätte ich davor ein wenig Angst gehabt. aber jetzt ist das ok. Ich hab mich damit abgefunden, nicht ewig zu leben, das eine oder andere wird auf der Strecke bleiben müssen, und der Text treibt mich auf eine angenehme Art. Allerdings werde ich eine Form finden müssen, schreibend damit umzugehen.Vielleicht reicht eine einzige Form auch nicht. Den Prozess dokumentieren? Möglichkeiten aufzählen? Überhaupt das Aufzählen. Gibt es einen Unterschied zwischen Aufzählung und Liste? Ausgangsthese wäre, dass die Aufzählung sich in den Fließtext einfügt. Schon in Ingolds Pothockiroman sind mir die Aufzählungen ins Auge gesprungen. Sie sind wesentlich konstitutiv.

Ingold schrieb mir in einer Mail: die Aufzählung ist die Grundoperation meiner Schreibbewegung insgesamt, auch im Gedicht – ab 2 Wörtern fängt die Operation an, sie kann sich über viele Positionen entwickeln, die formale (lautliche) Gestalt der einbezognen Wörter oder Namen ist für das Kompositionsprinzip der Aufzählung ebenso entscheidend wie die jeweilige Wortbedeutung. Die Aufzählung ist die Vor- und Grundform des Erzählens, aber auch des lyrischen Sprechens, dannzumal freilich mit besondrer Berücksichtigung der Klanggestalt.

Es wird spannend, dem nachzugehen. Ich werde hier und auf Signaturen über meine Forschungen berichten.

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