Reim

bei der Lektüre Christine Lavants

Seit gestern lese ich Gedichte von Christine Lavant. Nicht zum ersten Mal, aber zum ersten Mal in dieser Intensität.

Der Reim scheint mir ist ein Mysterium, auch wenn seine Konstruktion technisch einfach ist. Die ersten Begegnungen mit Gedichten, sind die mit Gereimtem. Und Kinder reimen deshalb wie von selbst. Man könnte annehmen, den Reim vor allem den Endreim, weiter zu benutzen, sei naiv. Verschämt wird er zuweilen als Binnenreim versteckt.

(Beim Übersetzen aus dem Russischen bin ich seit längerem geneigt, dem Reim den Sinn zu opfern. Was einem natürlich jede Menge Vorwürfe einbringt.)

Vielleicht ist es ja die Kunst, den Ernst des Reimes auszuhalten und seinen Humor. Es ist wohl ein Anzeichen von Schwäche wie Ringelnatz, Heinz Ehrhardt oder Robert Gernhardt in die Witzigkeit zu kippen.

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2 Antworten zu Reim

  1. summacumlaudeblog schreibt:

    „Es ist wohl ein Anzeichen von Schwäche wie Ringelnatz, Heinz Ehrhardt oder Robert Gernhardt in die Witzigkeit zu kippen.“ Aber warum denn? Nur weil Werbetexter (auch Kästners Fabian ist ja einer) ebenfalls reimen?
    Gerade bei Ringelnatz oder Gernhardt oder Kästner oder Heine (die Reime-Lust am Rhein, äh ich meine die reine Lust am Reim) hatte ich immer den Eindruck, dass der Reim einfach wie zufällig abfiel und eben nicht als Selbstzweck und Witzigkeitanlass zwanghaft gesucht worden ist. Den Reim als Pointen-Selbstzweck mag es in vereinzelten Gedichten der Genannten geben, für das jeweilige Gesamtwerk finde ich gilt das nicht. Das wirst Du aber nicht groß anders sehen.
    Grüße.

    • Jan Kuhlbrodt schreibt:

      ja sicher, bei ringelnatz birgt der reim eine sagen wir heitere anarchie, etwas was bei gernhardt zuweilen auch der fall ist, aber gernhardt protzt zuweilen etwas mit bildung und formbeherrschung, was mich wiederum auch verschreckt. und heine rekurriert stark auf volkslied. ironisiert die romantik. da bin ich ganz bei der sache. alle drei aber verbindet eine ironie, die ich so bei frauen ( droste hülshoff, lavant, kolmar um nur einige zu nennen) nicht finde. klar ber scheint mir, dass sich in der gegenwart die ironische oder witzige verwendung des reimes in den vordergrund geschoben hat.

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