Lydia Davis

Die Juryarbeit für den Verein der Hotlist hat mir einige Flüche und graue Haare beschert. Aber Schwamm drüber. Weil: es gab und gibt auch Begegnungen mit Texten, die mich nachhaltig beschäftigen werden. Zum Beispiel die mit den Erzählungen Lydia Davis‘ in der Übersetzung von Klaus Hoffer. Erschienen ber Droschl unter dem Titel Kanns nicht und wills nicht. (Im Grunde sollte ich mir auch Texte in der Originalausgabe besorgen, aber erst einmal geht mein Dank an den Droschl Verlag. Danke.)

Mit den Texten aus diesem Buch kann ich eines meiner Lieblingssteckenpferde reiten, nämlich über Literarische Reduktion nachdenken. Nicht dass alle von Davis Texten auf den einen Satz zusammenschnurrten, es gibt da durchaus Abstufungen und Variationen. Verschiedene Längengrade.

Und gerade daran werden vielleicht literarische Verfahren erkennbar, die man analysieren kann, wenn die Freude am Text etwas nachgelassen hat. Ganz verlieren wird sie sich nicht.

Ich hoffe, ich bringe  dann auch mal eine Rezension zustande. Hier aber erstmal eine dringende Empfehlung und zum Anfüttern den letzten Text des Bandes, den man bitte nicht als repräsentativ betrachten soll. (Naja auf eine gewisse Weise vielleicht schon. Aber unbedingt lesen. Und für Romansüchtige gibt es auch Erzählungen über mehrere Seiten.)

 

Doktorat

 

All die Jahre dachte ich, ich hätte ein Doktorat.

Aber ich habe kein Doktorat.

 

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2 Antworten zu Lydia Davis

  1. einrechner schreibt:

    Witzig, Lydia Davis steht seit zwei Jahren ungelesen in meinem Regal. Dafür bringt mich deine Beschreibung von ihr auf eine andere, der Kürze verpflichtete Amerikanerin, Amy Hempel. Auch hier stößt der Romansüchtige auf dicht zusammengedrängte, nur über wenige Seiten sich hinstreckende Geschichten. Toll ist vor allem die Lässigkeit, mit der Hempel Lücken lässt. Leerstellen werden nie stolz inszeniert, sondern geschehen einfach im Fluss der Erzählung. Ganz seltsam und gut.

    • Jan Kuhlbrodt schreibt:

      ja!!! hempel war eine übrraschung für mich im letzten jahr, dank der ausgabe von luxbooks.
      davis ist die diesjährige und unter scheidet sich sehr von hempel. davis entfaltet einesouveränität im umgang mit fremdmaterial, dass man die ohren anlegt. und die reduktionen treibt sie auf die spitze. vielleicht kann man sagen, das davis strukturalistisch arbeitet und hempel phänomenologisch. beides jedenfalls großartige autorinnen

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