next Gass

allerdings macht auch Gass im Grunde nur auf einen Mangel aufmerksam:

„Trotzdem ist die philosophische Untersuchung der Literatur über ihre ersten Schritte noch kaum hinausgekommen. Die Philosophen interpretieren Romane weiterhin so, als wären sie ebenfalls Philosophien, Plattformen für Erklärungen, Müllhaufen, auf denen für die ganze Menschheit wichtige Mitteilungen zusammengelesen werden können; sie haben, wie vorauszusehen war nach dem Inhalt gesucht, nicht nach der Form, …

Die ontologische Bedeutung des untergeordneten Satzes oder der kurze starre Satz, dem regelmäßig weitere und neue Worte beigeordnet werden, oder die Inversion, alles wird vernachlässigt.“

an dieser Stelle kann man doch über das Verhältnis von Prosa und Prosatheorie nachdenken, und ob es soetwas wie einen ineinander verschränkten aber aufhaltsamen Niedergang gibt. Aufhaltsam, weil ich zum Beispiel gerade einen Text des französischen Autors Chevillard in der Übersetzung von Anne Weber lese: Krebs Nebel. heißt der und ist im letzten Jahr bei diaphanes erschienen.

„Krebs Name ist in die Geschichte eingegangen, das ist eine Tatsache. Aber wann genau, bleibt ein Rätsel.“

Vielleicht ist die klassische Romanform schon mit ihrem aufkommen überlebt gewesen, ist ein Inhaltsauswurf der Prosa. Ein Aussenskellett.

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