W. H. Gass

Eher aus Zufall (oder Überdruss — woran?) zog ich gerade einen Band aus dem Regal, den ich vor Jahren in die zweite Reihe geschoben hatte. Es handelt sich um Essays des amerikanischen Philosophen und Literaten William H. Gass. Im Band findet sich eine Polemik gegen Roland Barthes; das wird der Grund gewesen sein, warum ich ihn wegstellte, galt Barthes mir doch eine Zeitlang als Theoriegott. Inzwischen aber sind alle Götter gefallen, vielleich bewahre ich mir irgendwo noch ein paar Halbgötter auf (zumeist Strukturalisten).Jedenfalls findet sich im Buch der Text: Philosophie und die Form der Literatur. Ich lese hinein und erinnere mich, wie ich vor Jahren in der Hoffnung schon einmal hineinlas, um meine eigene Position zu bestimmen (was natürlich misslang und immer wieder misslingt). Der Text aber freut mich:

„Hat der Philosoph freilich sein Thema erfunden, so wie er, was ich vermute, Gott, die Sünde und die Sinneseindrücke erfunden hat, dann führt er uns etwas vor, wie der Romancier uns etwas vorführt, wenigstens zum Teil. Die Religion, so scheint es, ist zur einen Hälfte Literatur und zur anderen Hälfte Literaturkritik.“ (in: Wie man aus Wörtern eine Welt macht. Salzburg und Wien 1995)

Mein Lieblingsbuch von Gass heißt übrigens: Im Herzen des Herzens des Landes.

 

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