Ostern

für Bloch

Dass jemand am Krankenbett seiner Mutter sitzt, war mir vor Jahren noch ein Topos der Literatur. Man saß in niedrigen Katen, betete und hustete laut, sprach aber leise.

Das Leben aber holt das Lesen zuweilen ein. Allerdings sitze ich nicht in einer niedriger Kate, sondern in einer Erdgeschosswohnung in einem Chemnitzer Plattenbau, genau an jenem Ort, an dem ich vor Jahren über Mütter und Kinder am Krankenbett gelesen hatte, und im Fernsehen läuft das Formel 1 Rennen von Shanghai.

Das ist der Gang der Dinge und nicht alles, was utopische Frormulierung schien, bleibt auf immer vertagt. Darin vielleicht liegt der Trost in meiner Situation. Das Unausweichliche tritt ein wie das Alter, aber vielleicht ja auch das Gehoffte.

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