Reim

Thesen zum Reim:

1. Im Reim liegt das Versprechen gelungenen Sprechens

2. Gleichklang ist nicht Gleichschritt.

3. Der Reim ist das Gegenteil von Totalitarismus, denn er befreit von der Diktatur des Sinns. Er ist offnende Erkenntnis.

4. Ob ein Reim gelungen ist, erweist sich in der Freiheit der Aussage. Der Reim wiederspricht als gelungener dem Reim- und dem Sinnzwang.

5. Reim ist auch Widerstand auch gegen sich selbst

6. Der Reim ist nicht am Klang allein erkennbar und auszurichten.

7. Der Reim richtet  sich gegen vorgegebene Sprechweisen und übernommene Denkweisen. Der Reim öffnet.

8. Der Reim ist nicht das zu Rettende, sondern das Versprechen der Rettung.

9. Sein Klappern ist der Nachall des Unbedingten.

10. Reimverzicht ist Verzicht.

 

Roman Jakoson: »In der Kunst streben wir danach, nicht nur Einheit, Fortdauer des Gesetzes, Ähnlichkeit zu realisieren, sondern damit auch Unterschied, Variation, Kontrast: Es ist der Reim, den wir lieben; nicht das Echo und nicht den Einklang, sondern Harmonie.«

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