nach Waginow noch einmal

O, ziehen wir uns zurück auf der Missgeburten Insel
Um dort einen prächtigen Palast aus Kristall zu errichten
Wir lassen auf seinen Stufen Tiger und Löwen winseln,
Und beobachten von dort aus die Wolkenschichten.

Wollen in silbernen Pavillons musizieren,
Auf den Alleen sollen singen die Geigen,
Vögel in goldenen Käfigen jubilieren
Weiß unsere Gesichter sich wie Lilien zeigen
In Gärten veranstalten wir Maskeraden
Singen Lieder deklamieren Gedichte
Glück wird langsam, und Trauer verladen
Auf Stakkatoworte, die kurzen, verzichte.

Mit überschlagender Stimme spricht man vom Herrn
Wie von einem kranken und einsamen Clown.
Und auf ihm prangt des Monats Gehörn
Den Monat mit gehörnter Krone zu schauen
Schwach pastellen leuchtet der Himmel hier
Klingelt mit lauten Schellen am Hut
Die Atome seines Körpers sind wir,
Dinge wie Bäume, nicht besser, so gut
Als Backsteine, Rohre, auch nicht
Besser als vergessene Brücken übers Gewässer.

Wir werden höflich bleiben im Angesicht solcher Trauer
Vor Qual nicht zusammenpressen die Hände
Voll Demut werden wir Glocken Läuten, ein Schauer
Einsam sind an der Missgeburten Insel die Strände.
Wir werden sie nicht mit unseren Stimmen schocken
Die Menschen mit rosigen Ohren im Roggen.

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2 Antworten zu nach Waginow noch einmal

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