So falsch

lag ich gar nicht, wie sich angesichts der „Schwarzen Hefte“ zeigt: These aus meiner Magisterarbeit (1995)

 
II.

Im Verlust der Geschichte präsentiert sich das Gegebene als Schicksal. Kein Wunder ist es also, wenn sich bei aller Rationalisierung der Irrationalist Heidegger (um mit Lukács zu sprechen) als einflußreichster deutscher Philosoph am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts herauskristallisiert. In seiner Theorie spiegelt sich nichtreflektierte Rationalität, zeichnen sich ihre Abgründe ab. Im Angesicht der neuesten Geschichte sind Lukács´ Bedenken nach der Niederlage des Nationalsozialismus zu teilen. Lukács verweist auf die Nähe Heideggers zum Nationalsozialismus und darauf, dass sein Werk, wenn auch nicht unmittelbar faschistisch, so doch für diesen vorbereitend durch seinen Beitrag an der Schaffung eines geistigen Klimas gewesen ist. ( cf. Georg Lukács: Der Aschermittwoch des parasitären Subjektivismus, in: ders.: Die Zerstörung der Vernunft, Berlin 1955, S. 389 ff.) Die fehlende Revision Heideggers, seiner eigenen theoretischen Positionen, müsste einen positiven Bezug auf diesen Theoretiker zumindest zum Problem werden lassen. Eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit der Philosophie Heideggers führte, neben Lukács, auch Adorno. Die massiven Versuche, Adorno in die Nähe Heideggers zu rücken, lassen sich darauf zurückführen, dass Adorno die herrschende Rationalität einer Kritik unterzog, die jenen, die sich in der Rationalität auf festen Boden wähnen, unverständlich bleiben muss.

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