Einfälle

Lese gerade in einem Arbeitsjournal Klings und treffe auf die verschiedensten anderen Autorinnen und Autoren (Zwetajewa, Erb, Lorca, Beyer und und und), und nicht nur, auch Architekten, Künstler überhaupt, Gegend. Das, was sich letztlich in Klings Texten verdichtet, kommt von außen, der Dichter ist Medium, seine Leistung besteht darin, einen Platz einen Raum einzunehmen und dort Schnittstelle zu werden, Strahlen auf sich zu ziehen. Vorraussetzung scheint mir eine gewisse leidentschaftliche Weltzuwendung zu sein und ein (fast unbestimmtes) gesteigertes Interesse an Sachverhalten, das ihnen die Einfälle ermöglicht.

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2 Antworten zu Einfälle

  1. Rainer Rabowski schreibt:

    Das käme mir aber, vielleicht außer der Leidenschaft, ein bisschen mechanistisch vor.

    Wenn wir (mit Foucault) alle die Schnittstellen-Wesen sind, durch die so oder so sozial/gesellschaftliche Meridiane hindurchgehen, muss außer einem „Interesse“ doch immer noch etwas anderes hinzukommen, zumindest an Ausdrucksverlangen. Von mir aus „Subjektivität“. Also zuletzt wieder das (zumindest in seiner Hyper-Komplexion) Unerklärliche.

    Es ist sicher unausgewogen, das so zu sagen, aber ich habe Kling einmal erlebt, und obwohl er in seinem Per-Formieren große Überzeugungskraft hatte – hier also Durchlässigkeit -, wurde ich in dem Persönlichen (soweit es mir also, meinerseits von einem Subjektiven belebt wie begrenzt zugänglich war und also tatsächlich auch „begegnete“) nicht schlau.

    Was mir heute auch immer wieder auffällt (da er mir weitgehend absorbiert / vergessen scheint, ICH ihn aber in poetischem Zusammenhang manchmal doch nennen muss), ist, dass kaum jemand noch etwas von ihm aus Weitergeführtes, Intelligibles zu ihm zu sagen weiß (außer dem seitens der Kritik inzwischen wohl abgehangenen Theorieversatz).

    Was ich sagen will: Ich sympathisiere mit dem Gedanken, auch mit den „Strahlen“, aber sehe letztlich doch nicht, was er erklärt. Alles kommt von außen. Von innen aber auch.

    • Jan Kuhlbrodt schreibt:

      man könnte sagen (epistemologisch aber im grunde auch gut dialektisch), dass dem erkennenden subjekt sein eigenes innen ein außen ist. (und das außen nur als verinnerlichtes) wie gesagt epistemologisch und nicht ontologisch.

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