nach Schmidt dann Podhostnik

Nach einer Kühlschranklesung gestern und einem dummen, unbedacht geäußerten Satz, ich hatte von Prosa als Gelaber gesprochen, woran Goetz nicht ganz unschuldig ist, kramte ich mir gerade ein Buch aus dem Regal: Arno Schmidt: Aus dem Leben eines Fauns. Kurzromane. Leipzig 1981 (Ausgabe für die DDR und die anderen sozialistischen Länder.) Das Buch muss ein Ladenhüter gewesen sein, denn 1981 war ich 15 und habe garantiert kein Buch von Arno Schmidt geselen. Ich habe es ganz sicher ein paar Jahre später gekauft, wahrscheinlich 1987, denn ich erinnere mich noch an die Kunde, die verbreitete, dass es einen solchen Autor gebe, und dieses Reclambuch. Im Buch befindet sich kein mit Bleistift eingetragener Antiquariatspreis, und ich weiß nichts mehr von den Umständen des Kaufs, jedoch muss ich es im Buchhandel als neues Buch erworben haben. Aber was ich genau weiß: eine Begriff wie Kurzroman hat mich magisch angezogen, und als ich Tina oder Über die Unsterblichkeit las, war das für mich ein Fest. Besonders aber faszinierten mich Schmidts poetologische Erwägungen unter dem Titel Berechnungen, und die sind auch der Grund, warum ich das Buch heute aus dem Regal zog. Letztlich um mich der Prosa demütig zu nähern. Und später, nach dem Schmidt werde ich noch ein paar Seiten von Thomas Poshostnik lesen. Wahrscheinlich wieder einmal aus: Der gezeichnete Hund. Da freu ich mich schon drauf

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3 Antworten zu nach Schmidt dann Podhostnik

  1. Schmidts Kurzromane kenne ich nicht, werde ich mir mal auf die Leseliste setzen. A propos Kurzroman: Wie denkst du über Voltaires „kleine Romane“? Irgendwie habe ich immer das Gefühl, das kennt niemand hierzulande, man kennt allenfalls „Candide“, aber gelesen hat das auch kaum jemand. So Stücke wie „Die Welt, wie sie ist“, mit all ihrem beißenden, gesellschaftskritischem Witz, der immer sehr geistreich ist, darin die Figur des Babuk (die mich kürzlich zu einem eigenen Text angeregt hat),oder „Mikromegas“ als Science-Fiction-Story, waren für mich der Einstieg in das Genre der Kurzromane. Voltaires sämtliche Romane und Erzählungen passen in einen mitteldicken Band (also etwa halb so dick wie David Foster Wallaces Brett „Der bleiche König“). mit einem 128 S.-Vorwort von Victor Klemperer, das somit halb so lang ist wie die gesammelten Prosastücke des Herrn Voltaire. Da gibt es im Deutschen kaum was dazu, man muss schon sehr speziell googeln, um überhaupt Einträge zu finden. Was mich ehrlich gesagt wundert, denn der Mann ist ja kein Unbekannter. Global gesehen dürfte Monsieur Arouet sogar bekannter sein als Schmidt oder Podhostnik, zumal ich gerade bei WIkipedia lese, er „war einer der meistgelesenen und einflussreichsten Autoren der französischen und europäischen Aufklärung“. Das muss schon länger her sein. 😉 Ich glaube immer schon, dass erst Marketingstrategien in der jüngsten Zeit dazu geführt haben, Romane auf ein doch ziemlich langweiliges Standard-Schwarten-Format aufzublähen, also irgendwas zwischen 200 und 500 Seiten *dick*, danach wird es vermutlich mit der Paperbackbindung immer schwieriger; das muss ja billigst produziert werden können. Eigentlich finde ich das Genre Kurzroman sehr reizvoll, gerade im Kontrast eben zum gewöhnlichen Format.

  2. … hab vergessen zu sagen: Sammlung Dieterich Ausgabe, hab jetzt nen neuen Scanner… aber 128 Seiten? :)))

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