Lyrik, Architektur und St. Vincent Millay

“Ein Gedicht ist (wie ein Bauwerk) erst dann und nur dann gelungen, wenn diese beiden Aspekte ineinander aufgehen; wenn die Form (ob nun kanonisch vorgegeben oder frei entwickelt) so wirkt, als habe sie sich aus der Syntax der Aussage ergeben, und wenn die Aussage sich so anhört, als habe sie nur in dieser Form zu sich gefunden. (In diesem Sinne versuchen manche unter uns Architekten, die Form aus der spezifischen Aufgabenstellung zu entwickeln, anstatt dem Bau irgendein Muster überzustreifen). Daß Edna St Vincent Millays Gedichte in dieser Weise gelingen, daß sie angemessen, ohne Umschweife und ohne alles Kunstgehabe zur Sache gesprochen werden, gibt ihnen, da kann ich Ihnen nur zustimmen, ein hohem Maße von Dichte und Eleganz.” (Günter Plessow)

Hier das ganze Gespräch mit Günter Plessow

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Eine Antwort zu Lyrik, Architektur und St. Vincent Millay

  1. afwilder schreibt:

    „Das Gedicht ist wie die Liebe ein Akt, bei dem Geborenwerden und Sterben,
    diese beiden sich widersprechenden Extreme, die uns zerreißen und die menschliche Natur so prekär machen, sich verbinden und eins werden. Lieben heißt sterben, haben unsere Mystiker gesagt; aber auch, und eben darum, geboren werden. Der unerschöpfliche Charakter der Liebeserfahrung ist nicht verschieden von dem der Poesie. René Char schreibt: „Das Gedicht ist die verwirklichte Liebe des Verlangens, das Verlangen bleibt.“

    Octavio Paz

    http://www.michaelbruchner.de/ueber/bg_paz.html

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