Plessow, H.D. und die Psychoanalyse

Ich lese auf der Entdeckungsrese im Plessowschen Übersetzungsuniversum gerade die Übersetzung von H.D.s Notes on Thought and Vision (1919) und habe mit einem Problem zu kämpfen. H.D. äußert Gedanken, die einer Auseinandersetzung auch mit der Psychoanalyse zu entspringen scheinen. Nun ist auch Freud ein Kind seiner Zeit gewesen, hat also das, was er außerte (systhematisierte) nich in dem Sinne selbst entdeckt, wie wir es einem Genie gern unterstellen, sondern dem Diskurs seiner Tage gewissermaßen entlehnt. Mit anderen Worten war Freud sowohl Analytiker als auch Medium zugleich. H.D. formuliert vor ihrem Eigenen Erfahrungs- und Wissenshintergrund in ihrer eigenen Terminologie, die sich, weil sie nicht psychoanalytisch Schule bildend war und das sicher auch gar nicht sein wollte, eine eigenartige Privatheit bewahrt. Ich selbst habe nun bei der Letüre mit einer, nennen wir es, geschulten Arroganz meinerseits zu kämpfen, zu mindest anfangs der Lektüre, als wollte mein wissenschaftlich genormtes Vertändnis ein Verstehen zumindest erschweren.

„Alle Menschen haben die Möglichkeit, die Schauen zu entfalten. Der Über-Geist ist wie eine Linse eines Opernglases. Wenn wir fähig sind, diese Über-Geist-Linse zu nutzen, steht uns die ganze Welt des Schauens offen.“ (roughbook 16. S.11)

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