Ingolds Potocki

Ich hatte kürzlich auf diesem Blog darüber geschrieben, dass das Schreiben ein Spuren Verwischen sei, und jetzt treffe ich in Ingolds neuem Roman „Noch ein Leben für John Potocki“ in einer Fußnotenpassage, in die die Handlung eine Zeitlang ausgelagert ist, auf folgende Passage:

„Mein erstes Gedicht. Nicht eingefallen, es ist beim Gehen allmählich entstanden, ohne Absicht und ohne besondere Anstrengung meinerseits, allein aus der Bewegung des Schreitens, das in dieser Situation – ich soll ja möglichst keine Spuren hinterlassen – eher ein Hüpfen oder Tänzeln ist, eine abgehobene Gangart sozusagen.“

Auf die Konstruktion des Romans werde ich an anderer Stelle ausführich eingehen, auf das Wort Möglichkeitswelten, den Kommentar des Kommentars, Zeitfügung und die Kraft der Aufzählung, die nicht mit der Liste zu verwechseln ist. Diese Verwechslung ist mir nämlich zunächst unterlaufen, aber die Liste entsteht, wenn man eine Aufzählung isoliert, sie gewissermaßen aus dem Satzgefüge herauslöst. In diesem Roman funktioniert sie im Satz und im Text als strukturierendes, rhythmisierendes und äußerst lustvolles Element.

 

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