Archäologie

Pound ließ mich die Brechtasusgabe ausgraben und entstauben. Ich komm mir selbst schon ein wenig staubig vor. Jedenfalls passierte, was ich befürchtet hatte, ich las mich fest. Pound bescherte mir also einen frühen Feierabend.

Feierabend mit Brechts Prosa: der Dreigroschenroman ist der einzige Roman, den er fertig bekommen und veröffentlicht hat, und er ist mit Verlaub, langweilig und schlecht. Wahrscheinlich war der Antrieb die Zweitverwertung des Erfolgsstücks. Aber Weils Musikalität fehlt an allen Ecken. Die Sprache ist unelegant und trocken (staubig)

Spannender sind die Fragmente. Zum Beispiel der Tuiroman. Im Grunde scheitert Brecht vollkommen an der Romanform. Er kann das nicht ist zu flirrig, aber daraus entwickelt sich die Qualität der Fragmente. Das Notathafte macht den Reiz aus, der Wechsel zwischen theoretischer Erwägung und Erzählung, und auch der Leser wird befreit davon, eine Lektüre zu Ende bringen zu müssen.

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