Sonntag

Die Aufregungen die der kindlichen/jugendlichen Langeweile meiner Töchter entsprangen, haben sich heute erst spät gelegt.

Eine Zeitlang also kann ich noch in Weigonis Parlados lesen. Erschienen sind sie in der Edition Das Labor. Der vordere Buchdeckel ist mit einem original Linoschnitt bedruckt. Vielleicht liegt ja in solcher Art Gestaltung eine Zukunft des Buches angesichts der digitalen Möglichkeiten. Das Buch als Objekt. Aber nicht dieser Gedanke ließ mich zu Weigonis Parlandos greifen, sondern das Interesse am Langgedicht.

Der zweite Text in den Parlandos heißt Senora Nada und enthält folgende Passage:

Besteht diese Erinnerungsarbeit/ etwa darin/ sich ihr nicht/ auszuliefern?

Es ist ein Changieren in dieser epischen Form der Lyrik. Man arbeitet gewissermaßen auf dem Münzrand zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Den Zeitformen im Langgedicht ist nicht zu trauen; ganz anders als in den übrigen epischen Formen und im Gedicht, die ein Vorab suggerieren oder ein jetzt, findet das lange Gedicht sich in beiden zugleich und stellt somit die Zeitlichkeit überhaupt in Frage.

Original Holzschnitt auf das Cover gedruckt von Haim Hieronymus

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Eine Antwort zu Sonntag

  1. matthiasagedornh schreibt:

    Probehören kann man ab Januar 2013 das Monodram Señora Nada in der Reihe MetaPhon: http://www.vordenker.de/taeger/senora_nada.htm

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