ad mickel

Der kommende See

Ist doch nur ein Swimming Pool, hat Stötzer gesagt. Die Narben der Landschaft werden mit Wasser verfüllt, und Straßen waren hier immer nur provisorisch. Feldwege, Dumpertrassen. Nur der Himmel sei immer der gleiche geblieben, wenn man ihn überhaupt gesehen hätte durch den Kraftwerksnebel, wäre es dieser Himmel gewesen. Stötzer beißt sich auf die Lippen. Kichert. Unter dem Mutterboden befindet sich noch ein Rest Energie. Braunkohle, wenig ergiebig, doch brauchbar zu Zeiten knapper Kassen und hoher Ölpreise. Am Grunde die Kratzspuren des Baggers. Nun liegt diese Muschelstruktur in der Gegend, aber auch die wird vergehen, wird See werden. Und wir werden eintauchen und später, wenn wir die Köpfe aus dem Wasser stecken, sagt Stötzer, wird das Land nicht wiederzuerkennen sein. Das nennt man Rekultivierung. Das Land aber war manchmal schon ein anderes geworden. War Heide und dünn besiedelt, bevor die Bagger kamen. Guter Boden für Bauern. Und von Naherholung sei damals nicht die Rede gewesen, sagt Stötzer. Aber wir sind schneller als der Eispanzer der vor Jahrtausenden soetwas wie Mecklenburg hinterließ, nachdem er sich zurückgezogen hatte. Die sächsische Seenplatte, wollen wir hoffen, dass auch die Pflanzen und Vögel, die diese Gegend dereinst besiedeln werden, mit uns schneller geworden sind, und wir nicht am Rand unserer Gewässer sitzen und endlos auf Natur warten müssen. Der kommende See sei nur ein Angebot, sagt Stötzer

 

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s