second search (danke für den titel anders und anja)

Second Search

„Protokolle einer Suche. Aber wonach? Und es werden Wunden sichtbar, die vielleicht auch meine sind.“ Michael Fiedler

Die Gedichte von Michael Fiedler sind in mehrfacher Hinsicht ein Glücksfall. Nicht nur, dass es sich um neue Texte handelt, sie sind gleichzeitig aktiv und erneuernd. Es ist mir selten untergekommen, dass Gedichte geradezu gleichzeitig in verschiedene zeitliche Richtungen schreiten. Und vielleicht ist das ein Zeichen von echter Innovation, dass im Ausschreiten eine gewisse Demut liegt. Fiedler selbst äußert sich folgendermaßen:

Dieses fremde Material, wie Du sagst, wem gehört das eigentlich? Bin das nicht ich selbst, wenn ich es auswähle?

Der Auswahl geht Sammlung voraus. Auch Jagd. Dieses ich selbst rauscht z.B. durch das Netz und will Gedichte schreiben. Oder auch nicht. Und was diese Träume an Fetzen zurücklassen, kann ich wieder neu zusammensetzen.“

Was mich an Fiedlers Texten aber zunächst fasziniert, ist deren Eleganz. Sie stach mir ins Auge, weil Fiedler doch im Bereich der Experimentellen anzusiedeln ist. Das heißt in einem Bereich der manchmal verbissenen manchmal schnoddrigen Sachlichkeit, die sich um ihre Oberflächen kaum kümmert. Das Raue ist gleichsam Markenzeichen: Nicht so bei Fiedler, er lässt die Versatzstücke tanzen.

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