Nach dem Roman 2

Autobiographisch inspirierte Texte sind plötzlich juristisch bedeutsam, denn wenn man den Autor festmachen kann, kann man auch alle anderen im Text auftauchenden Personen identifizieren. Und man kann den Autor festnehmen. Verfremdung macht kenntlich. Wer hofft, dass er gemeint war. Erkennt sich in jedem Kürzel. Wird jemand unbefriedigend beschrieben, erkennt sich ein anderer als unbefriedigend beschrieben. Und falsch. Je nachdem wie sie weggekommen sind, fühlen sich die, die sich erkannten, gefeiert oder verleumdet. Der nächste Weg führt zum Frisör, zum Anwalt. Und der Leser wird IM.(so hießen in der DDR die Volksspitzel) Das Exzerpt als Spitzelbericht. Und alle, wir alle, wollten plötzlich Autoren sein. Vorratsdatenspeicherung? Lächerlich, wir geben selbst die Gespräche preis, die wir noch zu führen gedenken. Man muss uns nur fragen.

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