Gemacht

Als Artefakte gehen Kunstwerke in ihrem Gemachtsein nicht auf. Der Verweis auf die technischen Verfahren ist nicht hinreichend zur Erklärung des Produktes. So ist das Werk nicht identisch mit seiner Genesis. Der Gehalt des Werkes ergibt sich aus dem Fertigen im doppelten Sinne. Er ist Produkt einer spezifischen künstlerischen Produktion, wird aber zum Gehalt erst nach deren Abschluß.1

„Das Resultat des Prozesses sowohl wie er selbst im Stillstand ist das Kunstwerk. Es ist, was rationalistische Metaphysik auf ihrer Höhe als Weltprinzip proklamierte, Monade: Kraftzentrum und Ding in eins. Kunstwerke sind gegeneinander verschlossen und blind, und stellen doch in ihrer Verschlossenheit vor, was draußen ist.“2

Aus dieser monadischen Form ergeben sich Probleme bezüglich innerkünstlerischer Entwicklung einerseits und des Verhältnisses von Kunst und Gesellschaft andererseits. Wie wäre ein innerkünstlerischer Fortschritt zu denken, wenn doch die einzelnen Werke sich gegeneinander verschließen? Wie ist eine Geschichtlichkeit, „durch die einzelnen Werke hindurch“ und nicht „durch deren auswendige Beziehung, gar den Einfluß, den sie aufeinander ausüben sollen“3, zu denken? Und wie ist im weiteren ein Verhältnis aus der monadischen Form der Werke auf Gesellschaftliches zu beschreiben, wie ist der Einheit des Begriffes der Tehchnik, in seiner inneren Unterscheidung von künstlerischer und außerkünstlerischer, gerecht zu werden?

1Auch Fragmente sind in diesem Zusammenhang etwas Fertiges, da sie in ihrer je spezifischen Form auf Unmöglichkeiten verweisen, eine Einheit ihrer Momente zu vollziehen.

2Ästhetische Theorie, S. 268

3Ästhetische Theorie, S. 263

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